Druckindustrie: „Großkonflikt um Tarifverträge ab Herbst 2018? – Es geht um Mantel, Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung“

Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) hat den Manteltarifvertrag der Druckindustrie (MTV) mit Wirkung zum 30. September 2018 gekündigt. Im September 2018 beginnen die Tarifverhandlungen über ein neues Lohnabkommen für die gewerblichen Arbeitnehmer sowie die Verhandlungen über ein neues Gehaltsabkommen der Angestellten in der Druckindustrie. Erfahrungsgemäß können verhandlungsbegleitende Streiks ab dem Ende der Friedenspflicht nicht ausgeschlossen werden. Zur Unterstützung der Unternehmen bei der Vorbereitung auf einen möglichen Arbeitskampf gibt der bvdm für Mitglieder der Verbände Druck und Medien einen Leitfaden heraus. Diese Zeilen findet man auf der Seite des Arbeitgeberverbandes. Man bereitet sich wohl auf eine Tarifauseinandersetzung vor.

Die Druckindustrie steht 2018 vor einer möglichen Zäsur in der Tarifpolitik. Die Unternehmer haben – frühzeitig – den Manteltarifvertrag (MTV) zum 30. September 2018 gekündigt und sind mit einigen Gegenforderungen zur Arbeitszeit, Regulierung der Maschinenbesetzung, Bezahlung der Schichtarbeit u.a. aufgetreten. ver.di hat zum 31. August 2018 die Lohntarife gekündigt und fordert eine Erhöhung um 5 Prozent. Somit fallen Lohn- und Mantelrunde zusammen, was eine Herausforderung für die Gewerkschaft bedeuten dürfte. Die Antwort aus den Betrieben heißt: Wir werden Mitglied bei ver.di!

ver.di verfügt bei weitem nicht mehr um die Kampfstärke und politisch-moralische Haltung, dass beide Themen – insbesondere die Angriffe der Unternehmer beim Mantel – zu einem kollektiven Aufschrei führen. Der stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende, Frank Werneke, beschrieb dazu in einem Offenen Brief an die Beschäftigten der Druckindustrie die insgesamt defensive Lage für ver.di in dieser Branche exakt: „Es ist aus meiner Sicht völlig offen, ob eine Wiederinkraftsetzung des Manteltarifvertrages mit dem Arbeitgeber gelingt. Es ist sogar wahrscheinlich, dass der MTV ab dem 1. Oktober auf unabsehbare Zeit noch in der so genannten Nachwirkung fortbesteht.“ Die Tarifverhandlungen beginnen am 17. September 2018 in Berlin. Als weiteren Termin konnten die Tarifparteien sich auf den 27. September einigen.
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